Fachberatung / Tipps & Tricks

An alle Kleingärtnerinnen und Kleingärtner und solche, die es noch werden möchten:

Liebe Kleingärtnerinnen und Kleingärtner,Freunde und Gönner unseres Vereins.
Ein Paar Tipps zur Arbeit im Garten:

Pflanzenschutz
Wie Insekten durch den Winter kommen !!!
Durch ihre Anpassungsfähigkeit fühlen sich inzwischen viele Arten in unseren Breiten sauwohl. Sie überstehen die kalte Jahreszeit auf verschiedene Weise. Einzelne suchen sich einen Unterschlupf zwischen Spalten, in Knospen, in Winterzweigen oder Wohnungen bzw. Dachböden, weitere verpuppen sich oder überwintern als Larven, verkriechen sich im Boden oder fliegen in südliche Gefilde. Der Marienkäfer überwintert in Bäumen, Felsen, unter Blättern oder im Boden, bei Minusgraden produziert er Gefrierschutzmittel ( Glycerin) und passt sich so den winterlichen Temperaturen an. Einige Insekten sind noch bei minus 4°C aktiv.

Boden
Man sieht es einem Boden nicht an, dass ihn eine Riesenzahl von Bakterien, Pilzen und Kleinstlebewesen bevölkern. Insbesondere der Regenwurm trägt wesentlich zur Fruchtbarkeit des Bodens bei. Zusammen werden immerhin bis zu 4 Tonnen je Hektar auf die Waage gebracht. Gerade in der Schotterebene mit ihren häufigen Almböden (Mergelkalk) ist es wichtig den Boden nicht mehr im Frühjahr zu bearbeiten. Die Frostgaren im Winter werden zerstört und der Boden kann dadurch kein Wasser halten. Sie werden also mit dem gießen nicht fertig. Im Frühjahr genügt ein leichtes lockern mit einem Rechen um die Bodenstruktur einzuebnen, damit die Saat geschützt eingebracht werden kann. Mit dem Grobkompost bringen Sie viel Nährhumus in den Boden, ein zusätzliches Durchsieben ist nicht notwendig.
Zum Beispiel: Ein Kubikmeter Lauberde enthält mehr Humusstoffe als 12 Torfballen

Wege
Auf unseren Wegen spriesst leider das Gras. das ist nicht wegzuleugnen. Eine Mechanische Entfernung strapaziert die Wegestruktur und auch die Bandscheiben. Andere Methoden sind Abfackeln mit Gasbrenner, Salzen oder auch Herbizide wie Vorox oder eines von Neudorff. Diese Herbizide sind sehr wirksam und auch gefährlich da alles abstirbt was damit benetzt wird also auch die Nutzpflanzen wie Busche, Hecken, Blumen u.ä. Deshalb ist es zu empfehlen die Planzen welche absterben sollen mit einem Pinsel zu benetzen anstatt zu sprühen oder das Zeug mit der Giesskanne auszubringen.Das ist zwar etwas Mühsam aber genauso wirksam und nicht so Umweltschädlich. Ausserdem würde ich die Brühe im Gemüsebeet nicht anwenden oder wollen Sie das Zeug essen?

Kleinlebewesen – Igel – Vögel - Frösche
Jedes Tier braucht einen natürlichen Winterschutz. Lassen sie unbedingt etwas Laub und einige abgestorbene Stauden im Garten. Ein lockerer Steinhaufen, ein Kompost, Zweige und ein Laubhaufen sorgen für viele Überwinterungsstätten. Vorsicht im Frühjahr beim entfernen des Winterschutzes, es könnte ja ein Tier darunter sein.

Augen auf beim Lebensmittelkauf
Immer mehr Verbraucher fühlen sich verunsichert, wenn sie mit Schlagzeilen über Qualitätsmängel einzelner Lebensmittel erfahren. Es lohnt sich daher, beim Kauf von Lebensmitteln nicht nur auf den Preis zu achten, sondern insbesondere auf Etiketten. Auch ein Herkunftsland kann schon eine weitläufige Aussage bestimmen. Gerade in südlichen Ländern muss wegen der hohen Temperaturen oftmals mehr gespritzt werden als bei uns.
In Deutschland wurden eigene Qualitätssysteme / Qualitätssicherung eingeführt die einen hohen Sicherheitsstandard haben. Im eigenen Garten erwirtschaften Sie höchsten 20 % ihrer Lebensmittel, ( Obst und Gemüse ) dagegen kaufen sie 80% Waren ein, daher die Frage schmecken Ihnen die Erdbeeren im Dezember wenn sie bei uns im Juni / Juli schmackhaft zu ernten sind. Letztendlich entscheiden Sie wie viel schädliche Chemie sie aufnehmen und wie gesund Sie leben. Aus diesem Grunde haben bestimmt auch Sie einen Kleingarten.

Übrigens:

Begriff Kleingarten
Es sind kleine Wirtschaftsgärten, die der nichterwerbsmäßigen gärtnerischen Nutzung, besonders zur Gewinnung von Obst und Gemüse für den Eigenbedarf und zur Erholung dienen. Kleingärten sind in Anlagen mit gemeinschaftlichen Einrichtungen (u.a. Wege, Spielflächen) zusammengefasst. Kleingärten sollen nicht größer als 400 Quadratmeter sein. Sie werden oft auch Schrebergärten genannt (nach dem Arzt Daniel Schreber).

Daniel Gottlob Moritz Schreber
Er war von Beruf Arzt, wurde in Leipzig am 15.10. 1808 geboren und starb in Ebenda am 10.11.1861. Er förderte die gymnastische Erziehung und Errichtung öffentlicher Spielplätze. Dabei wurden die Kleingärten, die in diesem Zusammenhang eingerichtet wurden, auch als Schrebergärten bezeichnet.

Weiterhin viel Freude mit dem Garten wünscht der Kleingärtnerverein Erding e.V. Erding im Oktober 2006